Besucht von: JJ , am: 29. 10. 2005 , Objekt Nr. de-gv-bu.0101

 

 


Deutschland



römischer Gutshof von Büsslingen !



Öffnungszeiten:

Dies ist ein Freilichtmuseum und ist jeder Zeit frei zugänglich !!!


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Der Gutshof von Büsslingen (2. bis 3. Jh. n. Chr.)


Der Hof lag vermutlich an einer römischen Strasse, die westlich des Hofareals in Ost - Westrichtung verlief, wahrscheinlich von Tasgetium / Stein am Rhein (Kastell mit Flussübergang) herkommend und weiter Richtung Hüfingen oder zur Fernstrasse Rhein - Wutachtal - Hüfingen - Arae Flaviae / Rottweil führend. Die Strasse ist archeologisch nicht nachgewiesen. Indiz für ihr Vorhandensein ist der in der Regel auf eine römische Strasse deutende Flurname "Hochstrass" westlich des Hofareals.
Im Zentrum des Hofes steht das Hauptgebäude, das Wohnhaus des Gutsherrn. Verlies der Hausherr durch den Haupteingang an der Südseite sien Haus, blickte er auf einen etwa 25 m südlich vom Haus liegenden Tempel. 70 m südöstlich des Hauptgebäudes stehen Die Reste eines Badehauses. Zahlreiche Tierknochen in der Umgebung eines Gebäudes in der Ostecke des Hofes lassen auf ein Schlachthaus schliessen. In dem vierräumigen Haus westlich des Hauptgebäudes fanden sich Überreste und Spuren von Öfen (Schmelzöfen ?). Es dürfte sich um ein Handwerkerhaus, Wahrscheinlich das Schmiedehaus, handeln. Unter den Grundmauern des Schmiedehauses lag die Sickerstückung eines älteren, von den Römern abgerissenen Steinhauses. Die breiten Gebäude dürften Scheunen, das schmale Gebäude ein Stall gewesen sein. Das Schlachthaus und der Stall wurden nach der Ausgrabung wieder Zugedeckt. Die Restaurierung ist geplant.
A. v. d. T.



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Einfach Bilder ankliken !!!


Herrenhaus (Geb. Nr. 1)

Herrenhaus - Heizkanal - Wohnbereich


Tempel (Geb. Nr. 2)

- Einganghsbereich -


Badehaus (Geb. Nr. 3)

Kaltwasserbecken - Abflussrinne - Heizkanäle


Schmiedehaus (Geb. Nr. 5)

Schmiedeofen


Wirtschaftshäuser (Geb. Nr. 6, 7 u. 8)

Gebäude Nr. 6 - Gebäude Nr. 7 - Gebäude Nr. 8



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Die Häuser wurden von einer Schmalen, niedrigen Hofmauer mit Seitenlängen zwischen etwa 190 und 250 m eingeschlossen. An der Westseite war sie nur noch stellenweise erhalten; die dort zu vermutete Haupteinfahrt konnte nicht rekonstruiert werden. wstlich des Hauptgebäudes wurden innerhalb des Hofareals die Überreste eines etwa 3 m breiten, mit kleinen Steingeröllen und darüberliegenden Steinplatten gepflasterten Witrschaftweges ausgegrsben. Er wurde nicht rekonstruiert. Nach der Zahl der Gebäude und der Grösse der umbauten Fläche gehört der Gutshof zu den Grössten Gutshöfen Badem - Wurttembergs. Seine Bauweise und der sich den Bewohnern bietende Komfort sind jedoch eher bescheiden zu nennen. Im Wohnhaus des Gutsherrn waren nur zwei kleine Räume mit einer Unterfussbodenheizung ausgestattet. Die übrigen Räume wurden offensichtlich nicht beheizt. Den einzigen, dass Leben etwas angenehmer machenden Luxus gönnte man sich mit einem recht grossen, vierräumigen Badehaus, einem "Standardtyp" mit zwei durch Unterfussbodenheizung erwöhrmten und zwei unbeheizten Räumen, mit einem Kalt- und einem Warmwasserbecken. Da das Heizungsfeuer im Badehaus den ganzen Tag über brennen musste, um den Fussboden genügend zu erwärmen, sparten sich die Hofbewohner möglicherweise den Heizungsaufwand für das Wohnhaus und verbrachten in der kälteren Jahreszeit ihre Freizeit im Badehaus. Auf eine Art Freizeitzuentrum im Badehaus deuten auch Reste von bemaltenm Wandverputz, der die Räume etwas freuntlicher wirken lies als die kahlen unbemalten Innenwände des Hauptgebäudes.
Der Anspruchlosigkeit hinsichtlich Bequemlichkeit und Komfort entspricht die Bautechnik. Man baute mit möglichst wenig Arbeitsaufwand, ohne viel Wert auf ein representativen Aussehen zu legen. Das Herrenhaus, bei reichen Gutshöfen ein prachtvoller, in der Regel zweistöckiger mit rechteckig zubehauenen Steinen aufgemauerter Bau mit vorspringenden Ecktürmen und offener Säulenhalle an der Eingangsseite, ist da ein einfaches, annähernd quadratisches, einstöckiges Haus mit geschlossener Eingangshalle ohne Säulen und ohne vorspringende Eckturme. Für die Mauern verwendete man bei allen Gebäuden überwiegend unbehauene eiszeitliche Gerölle oder Kalkbruchsteine und machte sich lediglich bei den Mauerecken hin und wieder die Mühe, die Ecksteine rechteckig zu behauen.
Trotz seiner auffallenden Grösse gehört der Gutshof zu der grossen Zahl der typischen, nach rein funktionellen Gesichtspunkten errichteten Landgüter, deren Besitzter sicher nicht zur provinzialrömischen Oberschicht gehörten. Gerade deshalb bietet er jedoch einen guten Einblick in die Lebensweise des grössten Teils der damaligen in kleinen Hofgemeinschaften hart arbeitenden Landbevölkerung, die sich den Luxus prachtvoller und komfortabler Wohn- und Badehäuser nicht leisten konnte.
A. v. d. T.



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