Besucht von: JJ , am: . . 200 , Objekt Nr. ch-rr-ar.0001 ....................................................................................................Die Bildergalerie befindet sich am Ende dieser Seite !!!

 

 


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Augusta Raurica (Augst/Keiseraugst) !



Amphitheater


Über 1500 Jahre lang schlummerte diese imposante Anlage unerkannt in einem bewaldeteten Tälchen, nur gerade 400 Meter vom römischen Stadtzentrum entfernt.
Erst 1959 entdeckte ein intressierter Besucher mauerwerk im Wald, worauf Rudolf Laur-Belart mit einigen Sondierschnitten ein Amphitheater nachweisen konnte. Das Terrain wurde 1961 / 62 bis auf das Niveau der ehemaligen Arena ausgebaggert, was jedoch in den Folgejahren Hangrutschungen grösseren Ausmasses nach sich zog, die wiederum antike Bausubstanz bedrohten. Nach einigen Vorsondierungen und ersten Konsrevierungsarbeiten am Mauerwerk in den Jahren 1982 - 84 wurde die nordöstliche Arenahälfte, der sorgfältig gemauerte Anneraum (carcer) in der Arena - Querachse sowie der ganze nordwestliche Eingang 1986 archäologisch untersucht und freigelegt.
Unmittelbar darauf erfolgte eine mehrjährige Konservierungs- und Restaurierungskampagnie, um die Ruine vor weiterem Zerfall zu bewaren und um den Besuchern einen besseren Eindruck von dieser monumentalen Anlage zu vermitteln.



Die östliche Eingangspartie des Amphitheaters




Tierkämpfe und Gladiatorenspiele

Wie in allen Arenen des römischen Reiches fanden auch im Augster Amphitheater Tierhetzen (venationes) zwischen wilden und exotischen Tieren sowie blutige Kämpfe (munera) zwischen verschiedenen ausgerüsteten und bewaffneten Gladiatoren statt. Bisweilen mussten aber auch Kriegsgefangene, Sklaven und Verbrecher als Gladiatoren gegen Tiere antreten (ludi bestiariorum). In den Provinzen des Reiches darf man sich solche Begegnungen jedoch nicht so spektakulär und schauerlich vorstellen wie die grossen Spiele, die auf Geheiss des Kaisers in der Hauptstadt abgehalten worden sind.
Wie Knochenfunde aus Schweizerischen Amphitheatern nahe legen, waren bei uns bereits Bären oder Kamele eine Atraktion. Exotische Tiere wie Löwen, Giraffen, Panther usw. gehörten hierzulande zu den ganz seltenen Ausnahmen.




Arenamauer



Die 51 x 33 m messende Arena ist mit einer ovalen Mauer umgeben, die ursprüngliche gut 3 Meter hoch war und einst eine wohl mit Sandsteinplatten abgedeckte Brüstung aufwies. Die Mauer selbst ist mit 0,8 - 0,9 m Breite und eimem kaum 0,3 m tiefen Fundament nicht sehr stabiel errichtet worden. Obwohl stellenweise eine mächtige Stützmauer (balteus) den Hangdruck im Bereich der Zuschauerränge auffing, sind in spät- und nachrömischer Zeit dennoch Teile der Arenamauer eingedrückt worden (Bild rechts). Anlässlich der Restaurationsarbeiten von 1987 / 88 wurden diese Partien in ihrem ursprünglichen Zustand rekonstruiert.




Verputz



An einigen Stellen hat sich am Fuss der Arenamauer der römische Verputz - dank schützender Erdschichten - über 1700 Jahre erhalten. Minutiöse Untersuchungen zeigten 1986, dass der Mauerfuss zuerst mit einem Ziegelschrotmörtel verputzt und damit gegen Staunässe "isoliert" worden war (Bild rechts: unterer Putz-Wulst). In den oberen, sichtbaren Partien der Arenamauer wurden die Handquader aus Kalkstein mit einem weissen feinen Kalkmörtel verputzt (Bild rechts: obere Wulst und darüber). Das heute "romantisch" anmutende Kalksteinmauerwerk war also in römischer Zeit nicht sichtbar, sondern mit einem sehr glaten Kalkputz versehe - genau wie die Arenamauer heute rekonstruiert ist.




Zwinger oder Tierkäfig (carcer)




An den Arenamauern - Längseiten befanden sich einst zwei Zwinger, von denen einer 1986 freigelägt und 1988 rekonstruiert werden konnte.
Der Zwinger ist im Verband mit einer massiven Hangstützmauer errichtet worden und weist eine eigenartige "Apsis" auf.
Mehrere grosse Sandsteinblöcke in den Schuttschichten stammen wohl von der Überdachung. Vom Portal waren nur reste erhalten.





Eingang West




Wegen natürlicher Rutschungen waren auch im Westeingang das antike Mauerwerk gefärdet, so dass Grössere Teile davon 1982 - 1986 untersucht werden mussten. Der steile Hang musste mit zwei massiven Stützmauern gesichert werden. Entlang dieser dicken Mauern führten einst zwei Rampen auf das podium, den Umgang hinter der Arenamuer, hinauf. Die Rampe und ihre schmalen Mauern gegen den Mittelkorridor sind in nachrömischer Zeit grösstenteils weggeschwemmt worden!




Letzter Rest der schmalen Rampenmauer zwischen Mittelkorridor und Hangstützmauer: Durch die Erosion des zeitweise stark anschwellenden Rauschenbächleins, irgendwann in nachrömischer Zeit, ist ist der Mittekkorridor (links) vollständig ausgeräumt worden, so dass Teile der Rampenmauer sogar richtung Erosionsgraben verrutscht sind.




Blick in die halbrunde "Apsis" in der nördlichen Hangstützmauer, die vermutlich einst eine hölzerne Wendeltreppe enthielt (als Verbindung zwischen Arena und Zuschauerrängen für das Personal). Rechts in vordergrund eine Steinreihe, die als Unterlage für eine hölzerne Türschwelle interpretiert wird. Die Türe hatte das Treppenhaus gegen die Arena (rechts) Sbgeschlossen.




Entlastungsbögen




Die beiden Hangstützmauern weisen je fünf halbkreisförmige Hohlräume auf, die bis an die Basis der Fundamente hinabreichen. Sie waren in römischer Zeit nicht sichtbar, sondern erfüllten zwei rein technische Zwecke: erstens erhöten sie die Mauerstabilität (Prinzip der Bogenstaumauer!) und zweitens halfen sie Steinmaterial sparen.




Ein Entlastungsbogen wurde 1986 ganz ausgehoben (heute mit einem Gitter abgedeckt): Er enthielt viel Bauschutt und Steinsplitt, sowie die Skelette von einem erwachsenen Menschen, einem Neugeborenen, einm Hund und mindistens einer Ziege!
A. a. d. T.



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Öffnungszeiten:

jeder Zeit frei zugänglich !

Parkmöglichkeiten:

In Augst und Kaiseraugst


Kosten:

ev. Wegspesen

Gastronomie:

im Augst und Kaiseraugst


Übernachtung:

im Augst und Kaiseraugst

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Und hier sehen Sie,
wie Sie Augusta Raurica finden können !




Kartenausschnitt nach Augusta Raurica


zum ausdrucken


Swiss Koordinaten:

621222 / 264325 (284 m ü.M)


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Wegbeschreibung:

mit dem Fahrzeug


Optimale Route von Zürich über Baden nach Augusta Raurica (Augst/Kaiseraugst)
Fahrzeit: 50 Minuten
Von Zürich aus etwa noch 72 Kilometer bis nach Augusta Raurica (Augst/Kaiseraugst)


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von Zürich über den Neumühle Quai in die Stampfenbachstraße abbiegen
der Stampfenbachstraße über die Museumstraße die Pfingstweidstraße richtung Zürich-Hardturm, Zürich-Altstetten folgen
am Limmattaler Kreuz auf die A1 in richtung Bern/Basel fahren
und der A1 über Dietikon, Würenlos, Wettingen, Neuenhof und Baden folgen
nach Baden von der A1 auf die A3 in richtung Basel fahren
der A2 bis Liestal, Augst folge
an der Ausfahrt Augst abfahren und dem Wegweiser "Augusta Raurica" folgen



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