Besucht von: JJ , am: 24. 09. 2004 , Objekt Nr. ch-rr-ar.0007 ....................................................................................................Die Bildergalerie befindet sich am Ende dieser Seite !!!

 

 


Schweiz Basel Land Aargau





Augusta Raurica (Augst/Keiseraugst) !



Grabmonument !


Öffnungszeiten:


Täglich von 10:00 - 17:00 Uhr


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Grabrotunde

Sehr bald nach dem Baubeginn der Stadtmauer und des Osttors wurde - der Stadtbefestigung um 50 m vorgelagert - ein monumentaler Grabbau für eine hochgetellte Persönlichkeit der Stadt errichtet. Die Anlage bestand nach mediteranem Vorbild aus einem Mauerrund von 15 m Durchmesser, das gegen innen mit zehn Entlastungsbögen verstärkt waren. Man muss sich über diesen Zylinder einen mächtigen Erdhügel vorstellen, auf dessen Gipfel wohl einst ein Grabstein oder eine Statue des Verstorbenen aufgestellt war. Beim eigentlichn Grab in Innern des Baues handelt sich um ein Sogenanntes bustum, d. h. der Leichnam war einst an ort und stelle kremiert worden, und erst anschliesend kam das Grabmonument auf den Einäscherungsplatz zu stehen.
Der Leichenbrand ist bei den Beisetzungsfeierlichkeiten, zusammen mit verschiedenen Beigaben, auf der Brandplatte sorgfältig deponiert worden - dort wo die Entlastungsbögen im Grabinnern Fehlen. Zwei gläserne Balsamarien waren fein säuberelich beisammen in einem hölzernen, vernagelten Behälter mit dem Leichenbrand in der Brandplatte eingetieft. Während sich die verbrannten Speisebeilagen über eine grössere Fläche verteilen.


Darunter fanden sich hunderte von Scherben von ursprünglich mehreren gefüllten Weinamphoren, verbrannte Knochen von mitgegebenem Fleisch sowie Tausende von Getreidekürnern. Verschiedene naturwissenschafftiche Untersuchungen liefern hoch intressante Einzelheiten: die Anthopologische Untersuchung des Leichenbrandes konnte nachweisen das es sich um eine etwa 30 - 40 Jahre alte Person, Wahrscheinlich männlichen Geschlächtes handelt, die möglicherweise an einem Rückenleiden (spondylose) gelitten hat. Der zustand der Knochenreste lässt darauf Schliessen, das der Tote mit einem aufwendigen (teurent) Kremations feuer bei über 800C kremiert worden war. Die zoologische untersuchung der Tierreste unter dem teils verbrannten, teil unverbrannten Knochen ergab, das dem Toten Teile einer Schweinsbacke, ein Hinterfuss eines Schafes oder einer Ziege (alles mitkremiert), Teile eines Schaf- oder Ziegenhauptes sowie Stücke vom Hase und Huhn als Wegzehrung mit ins Grab gegeben worden waren.
Die botanischen Untersuchung von Tausenden von verbrannten GetreideKörnern ergab dass ausser den Tierischen Speisebeigaben auch neun verschiedene Getreidearten mit ins Grab kanen: grösstenteils Saatweizen, Zergweizen und Emmer, daneben auch Roggen, Gerste, Dinkel, Einkorn, Hafer und Risprnhirse. Die Analyse der Unkrautsamen erlaubt die Schlüss, dass es sich einerseits zu einem beachtichen Teil um Winterfrucht handelt, und zeigt anderseits, dass das Getreide durch Worfeln gereinigt worden sein muss. dem Verstorbenen muss wohl eine recht grosse Menge Getreide mit ins Grab gegeben worden sein. Anscheinend waren viele dieser Körner bei der Grablegung bereitz ausgekeimt: Heisst das etwa, das man dem Toten in materieller Knausrigkeit Getreide minderer Qualität mit ins Gran gegeben hat, oder weist es auf eine religiöse Einstellung hin (auskeimende Körner als Sinnbild für ein weiterleben im Jenseits?). Das Grabmal ist nachdem es zu seinem Schutz über 20 Jahre lang mit Erde zugedekt war, konserviert und teilweise ergänzt worden.
Der eigentliche Bestattungsplatz innerhalb der Mauerrotunde: von Kremationsfeuer verbrannter Boden mit zahlreichen Amphorenscherben.
Scheiterhaufen, auf dem der Verstorbene - mit diversen Beigaben - verbrannt wurde. Die Stützpfosten des Stapels haben sich als Bodenverfärbungen erhalten.
In bis 1 m hohen Weinamphoren ist dem Toten Trank fürs Jenseits mit ins Grab gegeben worden (hervorgehobene Fläche = dorch effektiv gefundene und lokalisierbare Scherben bezeugte Gefässpartien)
Und zwei Glas-Balsamarien (Parfum- oder Ölfläschchen) aus dem Brandgrab (Höhe rund 8 cm)
A. a. d. T.



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Eintrittspreis:

frei zugänglich

Parkmöglichkeiten:

In Augst und Kaiseraugst


Kosten:

ev. Wegspesen

Gastronomie:

im Augst und Kaiseraugst


Übernachtung:

im Augst und Kaiseraugst

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Und hier sehen Sie,
wie Sie Augusta Raurica finden können !




Kartenausschnitt nach Augusta Raurica


Plan zum ausdrucken


Koordinaten:

621337 / 264140 (274 m ü.M)


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Wegbeschreibung:

mit dem Fahrzeug


Optimale Route von Zürich über Baden nach Augusta Raurica (Augst/Kaiseraugst)
Fahrzeit: 50 Minuten
Von Zürich aus etwa noch 72 Kilometer bis nach Augusta Raurica (Augst/Kaiseraugst)


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von Zürich über den Neumühle Quai in die Stampfenbachstraße abbiegen
der Stampfenbachstraße über die Museumstraße die Pfingstweidstraße richtung Zürich-Hardturm, Zürich-Altstetten folgen
am Limmattaler Kreuz auf die A1 in richtung Bern/Basel fahren
und der A1 über Dietikon, Würenlos, Wettingen, Neuenhof und Baden folgen
nach Baden von der A1 auf die A3 in richtung Basel fahren
der A2 bis Liestal, Augst folge
an der Ausfahrt Augst abfahren und dem Wegweiser "Augusta Raurica" folgen



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