Besucht von: JJ , am: 24. 09. 2004 , Objekt Nr. ch-rr-ar.0008 ....................................................................................................Die Bildergalerie befindet sich am Ende dieser Seite !!!

 

 


Schweiz Basel Land Aargau



Augusta Raurica (Augst/Keiseraugst) !



Handels und Gewerbehaus !


Öffnungszeiten:


Täglich von 10:00 - 17:00 Uhr


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Rekonstruktion


(Blick von Suden)
Links oben:
Gastwirtschaft (caupona/taberna) zur Strasse.


Rechts:
Gewerbehalle mit Tuchwalkerei (fullonica). Winkel zum Innenhof: Fleischsiederei, Korridor und "Stube".


Unten:
Remise, Stallungen, Werkplats.



Römisches Gewerbehaus Schmidmatt


Dieser römischer Gebeudekomplex wurde 1983 bis 1985 ausgegraben. Der Kanton Argau hat mit Hilfe des Bundes das Land erworben, einen Schutzbau erstellen und die Anlage konservieren lassen. Unter der heutigen Kantonsstrasse liegt die römische Fernverbindung Gallien-Rätien. Gegenüber dem Schutzbau münddet die Hauptstrasse der Unterstadt von Augusta Raurica ein, die zum Rheinhafen (?) führte. In den Hang zum Violenbach sind drei in der Höhe gestufte, tapezförmige Häuser eingepasst. Haus A - nur Angeschnitten - wird durch eine L-förmige Rampe von Haus B, einer Gastwirtschaft (caupona/taberna), getrennt. Eine über 49 m lange Parzellentrennmauer (paries communis) grenzt gegen die Gewerbehalle des Hauses C vermutlich eine Tuchwalkerei (fullonica), ab.


Die Anlage wurde wahrscheinlich im 2. Jahrhundert n. Chr. errichtet. Die Häuser B und C wurde mehrmals umgebaut. So stand der Sodbrunnen ursprünglich in einem grösseren Innenhof, der später mit dem Korridor des Hauses B überbaut worden.
Nach der Mitte des 3. Jahrhunderts brannten die Gebäude aus und stürzten ein. Merfach wurde der Schutt durchwühlt.
Einzelne Spuren deutet auf eine späte Wiederverwendung hin.



Haus B


1) Keller West mit Reucherkammer, Lebensmittellager (?)
2) Keller Ost mit Speisekammer und Präfurnium zu "Stube" (6)
3) l-förmige Zufahrtsrampe
4) Innenhof
5) Korridor mit Bemalten Wänden, Sodbrunnen
6) "Stbe" mit Boden- und Wandheizung (Hypokausr)
7) Remise/Stallungen
8) Fleischsiederei
9) Kammer mit Feuerstelle und Bretterboden, darunter Versteck der Hausgötter



Haus C


10) Gewerbehalle: Tuchwalkerei (fullonica)
11) Trocknungsraum/Dörrofen (?)
12) Hallenzugang von Süden


Gewärbehalle Haus C


Die werkhalle ist vom Südosten über eine Rampe erschlossen. Drei Holzstützen trugen die Unterzüge einer Balkendecke zum Obergeschoss, einem Lagerraum. Drei Bottiche standen auf dem Bretterboden des Nordteils, den Süd- und Mittelteil bedeckte ein lehmestrich.
In den versetzten Mauerwinkel auf der Ostseite ist ein mit Ziegelschrtottmörtel verputztes Becken eingebaut. Bottiche, Becken und Raum 11 (Trocckenraum?) deuten auf eine kleine Tuchwalkerei (fullonica) hin.



Bottiche und Bretterboden - Kanalheizung im Raum


Speisekammer


Verstürzte Keramik am Boden der Speisevorradskammer: Der Zusammensetzung der Gefässtypen und Formen charakterisieren ein Ensemble, das in der Mitte des 3. Jahrhunderts in Gebrauch war.


Einige Gefässe aus der Speisevorratskammer


Keller Ost Haus B


Dieser Raum verband über eine halbgeschossige Treppe den Hof mit den Restaurationsräumen an der Strasse. Durch den Korridor war die hgintere Kammer und über Stufen die Stube mit Bodenheizung erschlossen. Diese wurde vom Keller Ost eingefeuert.
Die Nische in der Nordwand mag als Standfläche für eine Lampe oder für die Hausgötter gedient haben. Die Öffnung nebenan wurden als Durchreiche nach oben oder als Lichtschacht gebraucht. In der Nordost-Ecke lagen Teile von über 49 Keramikgefässen. Balkenlöcher in den Mauern und Abrücke von Füllbrettern im Vorplatz lassen Reste einer Holzkammer - wohl der Speisekammer - erkennen.
Gewichtssteine und Fragmente einer Schnellwaage beweisen, dass hier Lebensmittel gewogen, und vielleicht verhandelt wurden.


Keller West Haus B


Der 9,1 x 6,2 m grosse Keller ist nur vom Hof her erschlossen. Ein älterer Zugang im Westen war zugemauert worden.
Der Keller diente als Lebensmittellager, wie mehrere Liter verkohlten Getreides, Saatweizen- und Roggenkörner, beweisen. in die Nordost-Ecke ist eine Raucherkammer eingebaut.


Hausheiligtum (lararium)


Unter dem verbrannten Bretterboden der Kammer (9) lag in einer Holzkiste der Inhalt eines Hausheiligtums (lararium) verstekt. Die Kiste enthielt vier Bronzestatuetten und zwei Sockel. Ein Merkur ist begleitet von Ziegenbock,Hahn und Schildkröte. In die Basis ist ein 3,5 cm langer Schliz (für Geld?) eingelassen. Von der Existenz eines weiteren - wohl zur Zeit der Vergrabung schon verloren - Merkurs zeugt noch der eine Fuss auf dem Sockel, auf dem auch ein Ziegenbock mit Satteltasche und Fussansätze eines Hahns erhalten sind (1.Jh. n. Chr.) Die der Voluten ruhende Standplatte in der Mitte, auf deren Vorderkannte eine an einer Frucht knabbernde Maus sitzt, diente - nach den Schwachen Standspuren - der da - hinter plazierten Statuette als Basis. Die Figuren giesst mit der Rechten Mohnsaft aus einem Horn und in der Linken hält sie Mohnkapseln. die Flügel am Kopf Kennzeichnen sie als Schlafgott Somnus.


Ein Lar (Hausgott) mit Füllhorn ein Herkules mit Löwenfell und ein Schlafgott Somus von dem Ensemble aus Holzkiste.


Am Grabungsran Süd wurde eine Minerva gefunden. In der Rechten hält sie eine fehlende Pateria (Spendeschale) und in der Linken eine fehlende Lanze. Die grobe Arbeit stammt aus einer lokalen Werkstatt.
Aus der Werkhalle stammt ein geflügerlter Amor, der auf einem Widder reitet. In der Rechten hält er eine Weintraube und in der Linken ein Füllhorn, das von Früchten überquillt. Auf der Brust hängt an einem langen Band eine kugelige Bulla (Amulletkapsel) und das Haar der kindlichen Knabenfigur ist über der Stirn zu einem Knoten gebunden. Der nach links gewante Kopf des Widders nimmt Bezug auf ein Gegenüber - offenbar war der Amor Teil einer Gruppe. In einem Laraarium kommen oft einzelne Götter in mehreren Exemplare vor und die einzelnen Statuetten desselben Laraaariums unterscheiden sich in Grösse, Qualität und Teitstellung. Die Statuetten dieses Larariums stammen mit einer Ausnahme aus dem 2. Jahrhundert.


Römischer Spieltisch


Kopie nach einem Original, gefunden 1962 in der Insula 30


Bei den archeologischen Ausgrabungen in Augst kamen 1962 in der Insula 30, einer luxurios ausgestatteten Stadtvilla, verschiedene Bruchstücke aus rotem Sandstein mit auffallenden Rillen zum Vorschein. Die Steintrümmer liesen sich zusammensetzen und ergaben ein geometrisches Rillenmuster auf einer ursprünglich 63 x 31 cm grossen Platte. Es handelt sich um ein Brettspiel, dessen Regeln aber nicht überliefert sind.
A. a. d. T.



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Eintrittspreis:

frei zugänglich

Parkmöglichkeiten:

In Augst und Kaiseraugst


Kosten:

ev. Wegspesen

Gastronomie:

im Augst und Kaiseraugst


Übernachtung:

im Augst und Kaiseraugst

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Und hier sehen Sie,
wie Sie Augusta Raurica finden können !




Kartenausschnitt nach Augusta Raurica


Plan zum ausdrucken


Koordinaten:

621337 / 264140 (274 m ü.M)


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Wegbeschreibung:

mit dem Fahrzeug


Optimale Route von Zürich über Baden nach Augusta Raurica (Augst/Kaiseraugst)
Fahrzeit: 50 Minuten
Von Zürich aus etwa noch 72 Kilometer bis nach Augusta Raurica (Augst/Kaiseraugst)


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von Zürich über den Neumühle Quai in die Stampfenbachstraße abbiegen
der Stampfenbachstraße über die Museumstraße die Pfingstweidstraße richtung Zürich-Hardturm, Zürich-Altstetten folgen
am Limmattaler Kreuz auf die A1 in richtung Bern/Basel fahren
und der A1 über Dietikon, Würenlos, Wettingen, Neuenhof und Baden folgen
nach Baden von der A1 auf die A3 in richtung Basel fahren
der A2 bis Liestal, Augst folge
an der Ausfahrt Augst abfahren und dem Wegweiser "Augusta Raurica" folgen



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