Besucht von: JJ , am: 24. 09. 2004 , Objekt Nr. ch-rr-ar.0026 ....................................................................................................Die Bildergalerie befindet sich am Ende dieser Seite !!!

 

 


Schweiz Basel Land Aargau



Castrum Rauracense (Keiseraugst) !



Kastellmauer !


Kastell Kaiseraugst

2'000 Jahre Siedlungskontinuität
Im späten 3. Jahrhundert n. Chr. überrannten die Allemannenskuzessive das rechtsrheinische Gebiet, und Augusta Raurica fand sich unversehens an der Reichsgrenze. Das Kastell, das Castrum Rauracense, wurde um 300 n. Chr. erbaut und bildete einen Hauptpfeiler der Rhein - Donau - Grenzbefestigungen. Die Wehrmauer war insgesamt 850 m lang und wies an die 20 Türme auf. Die Grundstruktur des Kstells prägt noch heute den Dorfkern von Kaiseraugst. Im oder beim Kastell war die Legio I Martia stationiert, wie mehrfach gefundene Stempel auf Ziegeln aufzeigen.
Während Bürgerkriegswirren um 352 / 52 n. Chr. brannten die Allemannen das Kastel nieder. Kurz zufor wurden mehrerre Münzschätze sowie der berühmte SIlberschatz vergraben. Erneute Befestigungsmassnahmen an der Rheingrenze erfolgten ab ca. 370 n. Chr. Das kastell wurde um- und ausgebaut und der rechtsrheinische Brückenkopf errichtet.


Castrum Rauracense

(Kastell Kaiseraugst)
Der alte Dorfkern von Kaiseraugst liegt genau auf den Resten des spätrömischen Kastels. Das Castrum Rauracense wird z. B. von Ammianus Marcellinus um 369 n. Chr. (als "Rauracum") oder in der oder in der Notitia Dignitatum um 400 n. Chr. erwähnt.
Während des ganzen 4. Jahrhunderts, aiso nach demm Fall des obergermanisch - römischen Limes (um 260 - 280 n. Chr.), waren wiederum Rhein und Donau nördliche Reichsgrenze.


In diesem grossen Grenzabschnitt spielte Kaiseraugst eine Wichtige Rolle zwischen der Kaiserresidenz in Trir und den östlichen Reichsteinenan der Donau.
Die Kastellmauer wurde wohl in constantinischer ZEit - nach 300 n. Chr. - errichtet. In verscjiedenern Etappen wurde Kaiseraugst zum gesicherten Brückenkopf ausgebaut. Um 352 n.Chr.muss das Kastell durch reichsinterne Machtkämpfe und Alamannenüberfälle stark gelitten haben. Im Jahre 360 n. Chr. weilte Kaiser Iulianus Apostata im Kastell und überwchte dessen Wiederherstellung nach den Zerstörungen. In valentinianischer Zeit (um 370 n. Chr.) wurde die Rheinlinie erneut ausgebaut und mit ihr das Castrum Rauracense.
Kaiseraugst ist mit einem Flächeninhalt von 3,7 ha das grösste der spätrömischen Militärkastelle der Schweiz(zum vergleich Vverdon - Edurodunum mit 1,95 ha). Zeitweise diente das Castrum Rauracense als Garnison von Abteilung der Legio Prima Marita, wie mehrfach gefundene Ziegelstempel in Siedlung, Gräbern und in der Ziegelei Liebrüti aufzeigen.


Kastellmauer

Die spätrömische Kastellmauer umschloss den 3,7 Hektaren grossen Militärstützpunkt und Brückenkopf - das Castrum Rauracense - Auf allen vier Seiten. Die exponierteste Mauer gegen Süden ist 3,95 m dick und stellenweise noch 4,5 m hoch erhalten; die rheinseitige Mauer und die vielleicht ers später errichtete Ostmauer sind nur etwa 3 m dick. Durch Abrutschen in den Rhein und Steinplünderungen im Mittelalter hat die Kastelmauer viel an Substanz verloren.Die Erbauer haben einst zahlreiche Altbauteile (Spolien) von der damals schon terstörten Oberstadt vermauert: Türschwellen, Fensterbänke, Säulentrommeln, Kapitelle - ja sogar Inschriftquader, Statuen und Grabsteine.
Mehrerre Türme und mindestens zwei Tore wurden bisher näher untersucht. DEnnoch blieben, trotz reger Grabungstätigkeiten in den letzten Jahrzehnten, zahlreiche Fragen zur Datierung der ganzen Anlage, zur Gestaltung der Rheinfront oder zur Form des Südtores offen.


Kastell - Westtor

(Bodenmarkierung)
Die heutige Dorfstrasse folgt der West - Ost - Achse des römischen Kastels. Mit eingelegten Steinen markiert ist der Grundriss des Westtores.
Zwischen den beiden nach aussen vorspringenden Flankentürmen öffnet sich das Tor, das sich zu einem Raum, vieleicht einem Wachposten, ausweitet und sich dann wieder zangenförmig verengt. In der Nordwestecke fand sich 1975 das Drehlager eines Torflügels.
Unter der Tordurchfahrt war ein mit STeinplatten überdeckter Abwasserkanal eingebaut und in die Platten zwei Führungsrillen für die passierenden Fahrzeuge eingehauen. Die Spurweite von etwa 1,6 m entspricht dem Radabstand römischer Reisewagen.

Das Castrum Rauracense war auf der Landseite mit einem Spitzgraben umwehrt. Die Überlandstrasse führte über eine kleine Brücke durch das einbögige Tor in das Kastell.

Über dem Torbogen war, wie bei solchen Monumenten üblich, wohl eine Bauinschrift angebracht, worauf der Kaiser,unter dessen Regierungszeit der Auftrag zum Torbau erfolgte, gennant war. Leider wurden bisher nie Teile dieser Inschrift gefunden.


Der Silberschatz

Im Jahr 351 oder 352 n. Chr. wurde an der Kastellmauer eine Kiste mit wertvollen Silbergegenständen vergraben: über 180 Münzen, ein reiches Essbesteck und viele kunstvoll verzierte Platten und SChalen. Der Schatz wurde im Winter 1961/62 unter aberteuerlichen Umständen bei Bauarbeiten freigelegt. Zunächt blieben die Objekte unbemerkt im Schnee und Eis liegen. Als die Fachleute auf sie aufmerksam wurden, waren bereits einige Stücke verschwunden.


Erst über dreisig Jahre später tauchten 18 Schalen und Platten wieder auf.
Mit insgesamt 270 Objekten aus reinem Silber und einem Gewicht von 57,5 kg zählt der Schatzfund aus Kaiseraugst zu den grössten antiken Silberschätzen. Er ist im Römermuseum in Augst ausgestellt.


Einblick in die Kastellmauer

Das kleine, 2002 sanierte Mauerstück veranschaulicht die antike Bautechnik und die Restaurierungsprobleme gleichermassen:
- Innerhalb der Mauerschalen (äuserste Schicht) war der Mauerkern stellenweise hohl und ausgebrochen
- War die Mauerkrone nicht dicht, konnte Wasser eindringen.
- Dies Führte im Winter zu Frostschäden bei Mürtel und Stein, die Mauerschale löste sich vom Kern.
Bei der Sanierung musste daher die Mauer abgedichtet, der Mauerkern konserviert und oberflächlich eine Schicht neuer Kalkbruchstein zum Schutz des Originals angebracht werden. Dabei wurden bewust diselben traditionellen Materialien wie vor 1'700 Jahren verwendet: Kalkmörtel, Kalkbruchsteine, Rheinsand.
Der Freigelegte Mauerkern lässt die abwechselnd schräge Aufschichtung der Steine ("Fischgratmuster") erkennen. An anderen Stellen sind grössere Blöcke verbaut, die aus den Ruinen des zerstörten Stadtzentrums geholt wurden.
A. v. d. T.



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Öffnungszeiten:

jeder Zeit frei zugänglich !

Parkmöglichkeiten:

In Augst und Kaiseraugst


Kosten:

ev. Wegspesen

Gastronomie:

im Augst und Kaiseraugst


Übernachtung:

im Augst und Kaiseraugst

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Und hier sehen Sie,
wie Sie Augusta Raurica finden können !




Kartenausschnitt nach Augusta Raurica


Plan zum ausdrucken


Koordinaten:

621334 / 265520 (256 m ü.M)
- 621339 / 265482 (269 m ü.M)
- 621397 / 265492 (269 m ü.M)
621524 / 265520 (270 m ü.M)


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Wegbeschreibung:

mit dem Fahrzeug


Optimale Route von Zürich über Baden nach Augusta Raurica (Augst/Kaiseraugst)
Fahrzeit: 50 Minuten
Von Zürich aus etwa noch 72 Kilometer bis nach Augusta Raurica (Augst/Kaiseraugst)


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von Zürich über den Neumühle Quai in die Stampfenbachstraße abbiegen
der Stampfenbachstraße über die Museumstraße die Pfingstweidstraße richtung Zürich-Hardturm, Zürich-Altstetten folgen
am Limmattaler Kreuz auf die A1 in richtung Bern/Basel fahren
und der A1 über Dietikon, Würenlos, Wettingen, Neuenhof und Baden folgen
nach Baden von der A1 auf die A3 in richtung Basel fahren
der A2 bis Liestal, Augst folge
an der Ausfahrt Augst abfahren und dem Wegweiser "Augusta Raurica" folgen



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