Besucht von: JJ , am: 22. 09. 2004 , Objekt Nr. ch-rr-ar.0012 ....................................................................................................Die Bildergalerie befindet sich am Ende dieser Seite !!!

 

 


Schweiz Basel Land Aargau



Augusta Raurica (Augst/Keiseraugst) !



Mosaikausstellung !


Öffnungszeiten:


Täglich von 10:00 - 17:00 Uhr


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Mosaiken aus dem "Palazzo"

Der sogenannte Palazzo im Süden der Römerstadt wurde in den Jahren 1972 - 1974 teilweise ausgegraben, da in diesem Gebiet eine neue Kantonsstrasse geplant war.
Das auffallende am Palazzo sind die Mosaiken, die geborgen, restauriert und teilweise im Keller der Curia aufgestellt sind:
Mindestens zehn der bisher untersuchten Räume waren durch Mosaikfussböden geschmückt. Von zentraler Bedeutung muss der heizbare Aspidenraum im Ostteil mit seinem bunten, 4,5 x 5 Meter grossen Mosaik gewesen sein. Da und in den umliegenden, z. T. ebenfals mosaikbelegten Gemächern müssen sich einst präsentative oder aber ein privates Bad befunden haben. Im Westteil lag ein kleiner Hof von zwei Gängen flankiert, die geometrischen Mosaiken geschmückt waren.
Alle Mosaiken im Palazzo gehören stilischen in dieselbe Periode und sind kurz nach 200 n. Chr. entstanden. Sie sind mit grosser Wahrscheinlichkeit schon schon während des Palazzobaus eingerichtet und nicht erst nachträglich hinzugefügt worden.


Gladiatorenmosaik

Das schönste und Grösste Mosaik aus Augst ist das Gladiatorenmosaik, das 1961 in der Insula 30 entdeckt wurde. Der 6,55 auf 9,80 m messende Boden gehört zu einem Speisesaal (oecus) in einer herrschaftlichen Stadtvilla, die um 200 n. Chr. erbaut wurde und die ganze Insula einnahm.

Im hinteren, westichen Teil des Raumes, dem breiten Portal gegenüber, ist der Boden lediglich mit einem einfachen, schwarz - weissen Rechteckmuster gestaltet.Da stand einst das triclinium aus Holz, ein Speisesofa für festliche Gelage. Aus dem Blickwinkel des triclinium ist auch das Bilderprogramm des Mosaiks gedacht: Das Mittelbild, heute ausgestellt in der Curia, zeigt einen von Fischen umgebenen Springbrunnen mit einem perspektivisch dargestellten Kater. Es soll ein in der Raummitte eingerichtettes Wasserspiel mit rundem Fischteich imitieren.


Die sechs quadratischen Gladiatoren - Bilder, von denen eines nicht erhalten ist, rheien sich um das Mittelbild und waren auf einem Rundgang durch den Raum von den Wänden her zu betrachten (zwei Bildfenster sind an der Fassade des Römerhauses ausgestellt, drei weitere in der Taberne beim Theater). Alle Bilder zeigen Gladiatoren - Paare im Zweikampf, je nach Kampfgattung bewaffnet mit Dolch, Schwert, Dreizack oder Lanze, und geschützt mit Helm, Schild und Beinschiene.


Zwei Mosaiken aus Insula 30

Die Insula 30, einer der regelmässig angeordneten Häuserbglocks von 48 x 60 Metern Grundfläche, erfuhr um 200 n. Chr. oder einige Jahre danacheine grundlegende Umgestalltung:



Wo vorher zehn kleinflächig parzellierte Privathäuser aneinandergebaut waren, entstand (in einem Guss) eine stattliche Villa mit Privatbad, Peristyl usw., welche die ganze Insula umfasste. Dem luxuriösen Stil der neuen Anlage entsprechend, waren der grosse Speisesaal und ein Schlafgemach mit Mosaikfussböden ausgestattet.



Das "Gladiatorenmosaik" aus dem Speisesaal steht wohl kunsthandwerklich als auch mit seiner grösse (10 x 6.5 m) bisher einmalig im Augster Stadtgebiet da.



Bergung von Mosaiken

Die Bergung römischer Mosaikböden gehört wie die nachfolgende Konservierung zu den schwirigen, aber auch intressanten Aufgaben des Museumstechnikers. Die Erfahrung lrhrt, dass ein Mosaikboden nach seiner Freilegung möglichst bald einer gründlichen Konservierung unterzogen werden sollte, selbst dann, wen er am Fundort liegen bleiben könnte. die scheinbar noch gute römische Bettung (in verschiedenen Mörtelschichten) wird nach einigen Jahren doch schäden zeigen, die einzelnen Steine werden lose - und wenn endlich die Zerstörung schon fortgeschritten ist, wird man dan doch zu einer Konservierung schreiten müssen.
Zu dieser Konservierung gehören das Wegnehmen , das Abhebenalso des Bodens, die Neubettung und allenfals die Ergänzung . Die Arbeitsgänge sind kurz folgende:
Wenn die Grabungsleitung alle ihre Arbeiten wie Freilegung, Reinigung, Vermessung, Zeichnung, Fotografie, Beobachtung von Spuren und Flickstellen, Vehältnis zu den Wänden ect. abgeschlossen hat und der Boden zur Hebung vorbereitet ist, tritt der Museumstechniker in Aktion. Er teilt den Boden in einzelne Stücke von 2 - 5 m2 Grösse ein, wobei er die einzelnen Teile auf dem Plan des Mosaikbodens genau bezeichnet. Nun wird jedes Teilstücck einzeln weiterbearbeitet. Zunächst wird auf das gut gereinigte Mosaikstück mit wasserlöslichem Tischleim ein starkes Jutengewebe geklebt. Nach der Aushärtung Leims kann das ganze Mosaik vom Boden gelöst, sozusagen aufgerollt und in die Werkstatt transportiert werden. Dort wird es mit der verklebten Bildseite nach unten auf eine ebene Fläche gelegt und vom noch anhaftenden römischen Mörtel gereinigt.
Für die Neubettung gibt es verschiedene Methoden. Die Mosaike aus der Insula 30 sind in eisenarmierten Beton gefasst. Wohl ist dies die beste und dauerhafteste Methode, nur werden die Böden dadurch unhandlich und schwerDie kleinen und mittelgrossen Böden vom "Palazzo" sind in Araldit gefasst und mit Araldit getränkten Papierwaben armiert.
Die grössten Palazzo - Böden schliesslich sind auf ganz neue Art gefasst: Die Mosaikfragmente werden nur ganz dünn in Araldit gefestigt, dann auf allseitig mit Araldit beschtrichene Novopanbretter aufgeschraubt, und die Fehlstellen mit einem kunstharzspachtel ausgefüllt. Dies dürfte die biligste, rascheste und im Endefekt auch (leichteste) Methode sein, die aber ihre Bewährungsprobe noch zu bestehen hat.
Die Fehlstellenin den teilweise doch recht arg zerstörten Böden werden mit einem modernen Kunstharzputz, wie er heute vielfach für Fassaden verwendet wird, abgerieben. Diese Fläche werden dann zum Schutz gegen Verschmutzung mit Ölfarbe gestrichen, und die graphische ergänzungder fehlendenOrnamente geschiht in einem stark abgeschwächten Farbton.



Die Minervabüste aus Insula 37

(Relonstruktion! Das Original ist im Römermuseum ausgestellt)
Bei Notgrabungen, die der Erweiterung der Giebenacherstrasse vorausgiengen, wurde zum ersten Mal ein Teil der West - Porticus (Laube mit Säulen) von Insula 37 freigelegt.
Dieser Häuserblock liegt in der Oberstadt, unmittelbar südlich der Zentralthermen. Am 17. August 1978 kamen wenig unter der heutigen Erdoberfläche zuerst das Liebespaar - Relief und, am späten Nachmittag des gleichen Tages, in demselbenn Bereich die überlebensgrosse Büste der Minerva zum Vorschein.
Die Büste ist aus dünnem Bronzeblech getrieben, die eingesetzten Augen bestehen aus weissem Marmor mit eingelegter Iris aus Glas. Die Göttin trägt einen korinthischen Helm mit doppeltem Federbusch, gestützt von einer Sphinx und ursprünglich wohl zwei Menschenprotomen.


Unter dem Kragen ist noch ein Ihre Brust schützt die Aegis, der für Minervatypische Kragenaus Ziegenfell, umrandet von Schlangenkörpern und geschmückt mit einem Gorgoneion (furchterregendes Medusenhaupt). Teil des Gewandes mit Ziernaht an der Schulter sichtbar.
A. a. d. T.



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Eintrittspreis:

frei zugänglich

Parkmöglichkeiten:

In Augst und Kaiseraugst


Kosten:

ev. Wegspesen

Gastronomie:

im Augst und Kaiseraugst


Übernachtung:

im Augst und Kaiseraugst

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Und hier sehen Sie,
wie Sie Augusta Raurica finden können !




Kartenausschnitt nach Augusta Raurica


Plan zum ausdrucken


Koordinaten:

621533 / 264859 (287 m ü.M)


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Wegbeschreibung:

mit dem Fahrzeug


Optimale Route von Zürich über Baden nach Augusta Raurica (Augst/Kaiseraugst)
Fahrzeit: 50 Minuten
Von Zürich aus etwa noch 72 Kilometer bis nach Augusta Raurica (Augst/Kaiseraugst)


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von Zürich über den Neumühle Quai in die Stampfenbachstraße abbiegen
der Stampfenbachstraße über die Museumstraße die Pfingstweidstraße richtung Zürich-Hardturm, Zürich-Altstetten folgen
am Limmattaler Kreuz auf die A1 in richtung Bern/Basel fahren
und der A1 über Dietikon, Würenlos, Wettingen, Neuenhof und Baden folgen
nach Baden von der A1 auf die A3 in richtung Basel fahren
der A2 bis Liestal, Augst folge
an der Ausfahrt Augst abfahren und dem Wegweiser "Augusta Raurica" folgen



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