Besucht von: JJ , am: 22. 09. 2004 , Objekt Nr. ch-rr-ar.0024 ....................................................................................................Die Bildergalerie befindet sich am Ende dieser Seite !!!

 

 


Schweiz Basel Land Aargau



Augusta Raurica (Augst/Keiseraugst) !



Ziegeleien !



Tuilerie romaine

Die Ziegelei der Legio Prima Martia
(4. Jahrhundert n. Chr.


Die Ziegelfabrikation

Ziegel wurden möglichst lokal hergestellt, um aufwendige Transpurte zu vermeigen. Geziegelt wurde in der Regel unter freiem Himmel in Werkstätten am Stadtrand. Baukeramik verschiedenster Art war von Architekten, Heizungsbauern und Dachdeckern gefragt.


Der Betrieb

Römische Ziegeleien waren - snders als heute - oft kleine Bertiebe mit eher kleinen Brennöfen. Sie benutzten möglichst lokalen Lehm und Holz und versorgten meistens nur ein eng begrenztes Absatzgebiet.


Was wurde fabriziert?

Für die Dächer:

flache rechteckige sowie gewölbte Ziegel


Für die Hypokausten (Warmluftheizungen):

Hohlziegel für die Wände sowie verschiedene Grössen von quadratischen Platten für die Pfeiler und die Abdeckung des Hohlbodens.


Für Ziegelbäder,
die manchmal in Mauern aus Kalkbruchsteinen integriert werden:

länglichen Platten oder halbierte Hohlziedgel


In Ton verewigt!

Geziegelt wurde meistens im Freien.
Zum trocknen legte man die noch weichen Tonplatten auf dem Boden aus.
Oft passierte es, das dann Tiere darüberliefen und Pfoten- oder Hufabdrücke hinterliessen. Man hat schon Ziegel mit Spuren von Hunden und Ziegen und Katzen, ja sogar von Rehen und anderen Wildtieren gefunden.


Die Rohstoffe der Ziegel

Der Bedarf an Ton für die Baukeramik und an Holz für die Brennöfen der Ziegelei war enorm.
Ton konnte von ashe eglegenen Lehmgruben verwendet werden. Holz musste z. T. von weither geholt werden.
Ton:

Man hat römische Lehmgruben entdeckt, die nur 250 Meter von der Ziegelei "Liebrüti"entfern sind. Naturwissenschaftliche Analyse zeigen, dass die Produkte der Ziegelei mit lokalem Rohstoff hergestellt wurden.


Holz:

Man nimmt an, dass bald nach der Gründung von Augusta Raurica der Wald weitherum abgwholzt war. Brennmaterial musste dann von weither den Rhein hinunter geflösst werden.


Der Ziegler

stellte her:

Leistenziegel, Hohlziegel, Stirnziegel, Röhrenziegel, Bodenplatten, Hypokaustziegel usw.


er verwendete:

Holzformen, Schaufeln, Spaten, Formhölzer usw.


er verarbeitete:

Erde (Tone), Tone, Sande, Wasser usw.


... den Rhein runter, die Aare rauf!

Produkte dieser Ziegelei wurden auf Wasserwegen an weit entfernte Ziele gebracht. Schwertransport auf Flüsskähnen war einfacher und wirtschaftlicher als der Güterverkehr auf Wagen über holprige Pässe.
Man hat viele von der Legio Prima Martia gestempelte Ziegel chemisch analysiert und nachweisen können, dass alle aus demselben Kaiseraugster Ton hergestellt sind! Es ist bezeichnend, dass die Fundorte in der Nähe schiffbarer Wasserwege liegen.
Von der hissigenzentralen Ziegelei hat man demnach verschiedene militärische Aussenposten mit Dachziegeln versorgt - bis 120 km rheinabwärts und 150 km Aareaufwärts.


Zentrale Versorgung für die ganze Legion

Ziegel mit dem Stempel der Legion sind in der ganzen REgion zum vorschein gekommen. Manche Fundorte, z. B. Oedenburg - Biesheim im Elsass und Basel, laqssen vermuten, dass dort im 4. Jahrhundert n. Chr. militärische Einheiten stationiert waren.
Es ist sicher, dass in der Umgebung weitere Ziegelbrennöfen existieren und dass hier im 4. Jahrhundert n. Chr. über längere Zeit geziegelt wurde.


Ein Kommandant der Legion?

Ziegelfunde in Mett bei Biel stehen im Zusammenhang mit einem reich Ausgestatteten Grab eines römischen Offiziers, der dort im 4. Jahrhundert bestattet worden ist. Der Mann könnte ein Kommandant der Legion Prima Martia gewesen sein.


Ein Verteran der Legion

In einem frühmittelalterlichen Grab des grossen Kaiseraugster FRiedhofs ist - in zweiter Verwendung - der Grabstein eines Fahnenträgers derselben Legion Prima Martia zum Vorschein gekommen:


... (e)T DIENS XX VETAERANVS MILITAVIT IN

L(egione) P(rima) M(artia) SIG(nifer)


... und welcher ... Jahre ... Monate und 22 Tage lebte, Veteran. Er diente als Fahnenträger in der Legio Prima Martia.

Leider fehlt der obere Teil der Inschrift, so dass der Name und Todesjahr das Bestatteten unbekannt blieb.


Was heist diese Ligatur?

Dises Formel kommt immer wieder auf Ziegeln in Augst und vor allem in Kaiseraugst zum Vorschein. Entziffert heisst sie LEG(io) I(prima) MAR(tia). Dieser Fabrikationsstempel zeigt, dass die Ziegelei im 4. Jahrhunder n. Chr. unter dem Befehl der Legion produziert hat.


Der Fabrikationsstempel

Dies ist eine Variante von verschiedenen LEC I MAR - Ziegelstempeln. Das L - E am Anfang und M - a - R am Ende des Schriftzuges sind zusammengeschrieben (sog. Ligaturen).


Fundstellen

Derartige Ziegel fanden sich im Castrum Rauracense (Kaiseraugst), in grosser Zahl in der "Liebrüti" und als Platten für spätrömische Ziegelgräber "Im Sager" am äussersten Ostrand der Stadt. Eine Fundanhäufung vor Ort entpupte sich bei Grabungen im Jahre 1974 als eine grosse Ziegelei.


Die Legio Prima Martia

Über die Geschichte der Legio und ihrer Befestigung in Kaiseraugst am Rhein weis man leider noch wenig.
Irgendwann um 300 n. Chr. wurde das Castrum erbaut und später von dieser Legion erneuert. Es diente zeitweilen als ihr Hauptlager. Die Legion war aber auch im weiteren Umkreis mit mehreren Aussenposten präsent.


Rechteckige Leistenziegel!

In Kombination mit halbzylinderischen Hohlziegeln werden auch heute noch in südlichen ländern (z. B. in der Toscana) verwendet. Beispiel vom Kloster Alcopaca, Portugal!


Der grösste Ofen fasste etwa 12'000 Hohlziegel aufs Mal - rund 40 Tonnen!



Entdeckt 1974, konserviert 1979 - 1980 mit Mitteln der Liebrüti Immobilien AG, der an der Liebrüti - Überbauung beteiligten Unternehmer, des Kanton Aargau, des Bundes sowie der Stiftung Pro Augusta Raurica aus dem Legat Dr. Max Wüthrich und unter den Schutz der Schweizerischen Eidgenossenschaft gestellt.
A. v. d. T.



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Öffnungszeiten:

Schutzhaus mit grossen Sichtfenstern,

nur von aussen zugänglich Schutzhaus geschlossen

Parkmöglichkeiten:

In Augst und Kaiseraugst


Kosten:

ev. Wegspesen

Gastronomie:

im Augst und Kaiseraugst


Übernachtung:

im Augst und Kaiseraugst

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Und hier sehen Sie,
wie Sie Augusta Raurica finden können !




Kartenausschnitt nach Augusta Raurica


Plan zum ausdrucken


Koordinaten:

622078 / 264790 (295 m ü.M)


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Wegbeschreibung:

mit dem Fahrzeug


Optimale Route von Zürich über Baden nach Augusta Raurica (Augst/Kaiseraugst)
Fahrzeit: 50 Minuten
Von Zürich aus etwa noch 72 Kilometer bis nach Augusta Raurica (Augst/Kaiseraugst)


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von Zürich über den Neumühle Quai in die Stampfenbachstraße abbiegen
der Stampfenbachstraße über die Museumstraße die Pfingstweidstraße richtung Zürich-Hardturm, Zürich-Altstetten folgen
am Limmattaler Kreuz auf die A1 in richtung Bern/Basel fahren
und der A1 über Dietikon, Würenlos, Wettingen, Neuenhof und Baden folgen
nach Baden von der A1 auf die A3 in richtung Basel fahren
der A2 bis Liestal, Augst folge
an der Ausfahrt Augst abfahren und dem Wegweiser "Augusta Raurica" folgen



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