Besucht von: JJ , am: 18. 09. 2004 , Objekt Nr. ch-rr-iu.0001

 

 


Schweiz Schaffhausen



Iuliomagus (Schleitheim) !



Badeanlage


Der Vicus

Kleine römische Stadt (Vicus) des ersten bis dritten Jahrhunderts nach Christus im Talgrund des Zwerenbachs südlich Schleitheim. An der römischen Strasse von Windisch und Zurzach über Hüfingen und Rottweil zur Reichsgrenze (Limes) gelegen. Der Name ist nur aus einer römischen Strassenkarte (Tabula Peutingeriana) bekannt. Ausgrabungen seit der Mitte des letzten Jahrhunderts.


Die Badeanlage (Thermen)

die öffentlichen Bäder von Juliomagus standen im Zentrum des Vicus, von welchem bis heute eine Reihe von Wohn- und Wirtschaftsbauten beitseits des Zwerenbachs bekannt sind. Zusammen mit dem Tempelbezirk in der Flur "Hinter Mauer" bildeten die Thermen den kulturellen und gesellschaftlichen Bereich der Siedlung.

Die Thermen konnten in einer mehrmonatigen Grabung 1975 Freigelegt werden. Der Gebäudekomplex wurde während rund 200 Jahren, in der Zeit von etwa 50 bis 250 nach Christus genutzt. Er unfasste mehrere Räume mit Bodenheizungen, Warm- und Kaltwasserbäder und ist im Laufe der Zeit mehrfach umgebaut und erweitert worden.
Ursprünglich begnügten sich die alten Römer damit, morgens Arme und Beine zu waschen und einmal wöchentlich im Waschhaus zu Baden.


Mit zunehmender Genusssucht - nicht selten erstreckte sich die Hauptmahlzeit über den ganzen Nachnittag und bis in die tiefe Nacht - wurde das Baden zu einem luxuriösen Vergnügen, an dem sich auch die Frauen beteiligten. Kaiser und Geistlichkeit mochten Verbote erlassen, soviel sie wollten - mit der Zeit begnügten sich die Frauen nicht mehr mit dem eigens für sie eingerichteten Bademöglichkeiten; immer öfter badeten sie gemeinsam mit den Männern.
Wer den neusten Klatsch hören, selber welche verbreiten oder sich gebührrend auf das wichtigste Ereignis des Tages, die Hauptmahlzeit, vorbereiten wollte, ging ins Bad. EIn Sklave trug seinen Herrn oder der Herrin die notwendigen Utensilien nach: leinene Tücher, die "strigillis" (ein Gerät zur Abreibung), Ölflasche und Salbenbüchse, Kamm und Nadel.
Man entkleidete sich im ersten, unbeheizten Raum, dem "frigidarium"; emfintlichere Leute taten dies jedoch erst im geheizten "tepidarium". Hier konnte man sich auf Bänken von Sklaven abreiben und salben lassen. Darauf nahm man im "caldarium" ein warmes Wasserbad und übergoss sich dan mit Kaltem Wassser.
Nach dem abschliesenden Kaltwasserbad (wieder in einem "fiigidarium") wurde der Körper nochmals abgerieben und, um das schwizen zu beenden, eingeölt. Diese Art des Badens diente der Stärkung und Erholung. Wer jedoch die Folgen übermässiger Tafelgenüsse zu überwinden suchte, ging ins Schwitzbad, denn starkes Schwitzen im Dampfbad galt als verdauungsfördernd.
In mmanchen Bädern gab es Wartezimmer für die Freude des Badenden und die Sklaven - diese waren für das Hüten der Kleider unentbehrlich, da in öffentlichen Bädern anscheinend viel gestohlen wurde. In grösseren Bädern trugen auch Läden, Restaurants sowie Salon für Spiel und Unterhaltung zum (noch) grösseren Wohlbefinden der Badegäste bei. Wenig Anteil an den Badegenüssen scheinen die Sklaven gehabt zu haben: ihnen wurde empfohlen, nur an Festtagen zu baden.
Gratis war das Baden nur für Kinder; Frauen hatten in der Regel das doppelte Badegeld zu entrichten, das den Männern abverlangt wurde. Der Zustrom war so gross, dass öffentliche Badeanlagen - in der Regel von den Gemeinden oder von Spekulanten errichtet - wie Pilze aus dem Boden schossen.


Die Heizungsanlage

In den Thermen von Juliomagus kommen nur Bodenheizung vor. Die geheizten Räume hatten doppelte Böden. Vom Heizkeller (Praefurnium) aus wurde warme Luft unter dem von kleinen Säuleb (Hypokaustsäulen) getragenen Gehboden durchgeleitet ind durch in den Wänden verlegte Kamminrohre (Tubuli) abgeführt. Dadurch wurde der aus Tonplatten (Suspensura - Platten) mit Kalkmörtelüberzug gebildete Gehboden erwährmt.
Das Bodenheizsystem verlangt nach viel Holz, da man es sich nicht erlauben konnte, die Böden erkalten zu lassen. Um die römischen Städte kam es zu Grossen Kahlschlägen, von welchen sich die Gegend erst im Mittelalter wieder erholen konnte. Die Funde aus der Thermenanlage Zeigen, dass die Thermen in der 1. Drittel des 2. Jahrhunderts rege benützt worden, später nimmt der Besuch ab.
A. a. d. T.



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Öffnungszeiten:

Tagsüber frei zugänglich !


unbewachte Kasse am Eingang !


Eintrittspreise:

für
Jugentliche bis 15 Jahren: sFr. 1.-
Erwachsene: sFr. 2.-

Parkmöglichkeiten:

in Schleitheim


Kosten:

ev. Benzinkosten

Gastronomie:

in Schleitheim


Übernachtung:

in Schaffhausen und umgebung
ev. Schleitheim


zum ausdrucken


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Wegbeschreibung:

mit dem Fahrzeug


Optimale Route von Schaffhausen nach Schleitheim (Iuliomagus)
Fahrzeit: ca. 22 Minuten
Von Schaffhausen aus etwa noch 17 Kilometer bis nach Schleitheim (Iuliomagus)


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von Schaffhausen auf die 13 fahren und der Strasse richtung Neuhausen folgen
in Neuhausenvon der 13 auf die 14 über , Beringen, Siblingen nach Schleitheim fahren
in Schleitheim dem Wegweiser "Iuliomagus" folgen


der Schutzbau befindet sich gleich am anfang in Schleitheim



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