Besucht von: JJ , am: 01. 10. 2004 , Objekt Nr. ch-rr-cp.0001 ....................................................................................................Die Bildergalerie befindet sich am Ende dieser Seite !!!

 

 


Schweiz Zürich



Centrum Prata !



Eckmauer eine Hauses


Konservierte Mauerecke eines römischen Hauses.

Auf dem Areal des heutigen Friedhofsareal St. Ursula wurden mehrere Typische Vicus-Häuser ausgegraben.


Der römische vicus von Kempraten


Die archeologischen Funde aus der Jungsteinzeit, der Bronze- und Eisenzeit belegen, dass die Gegend von Jona/Kempraten in allen Epochen eine bevorzugte Siedlungslandschaft war. Dies gilt auch für die römische Zeit. In der Bucht von Kempraten entstand etwa in der Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr. eine römische Siedlung. Nach heutigen Massstäben würde man von einem Dorf sprechen, in römischer Zeit wurde eine solche Ansiedlung vicus genannt. Für die umliegende Region waren diese vici wichtige Handels- und Handwerkerzentren; sie erfüllten damit die Funktion einer heutigen Kleinstadt.
Der Vicus von Kempraten, dessen römischer Name vielleicht centrum prata gelautet hat, lag an einer wichtigen Verkehrsverbindung zwischen dem Rheintal und dem Mittelland. Sie führte ausgehend von Curia (Chur GR) über Maienfeld und via Wallensee, Zurichsee und Limmattal in das wichtige Militärlager von Vindonissa (Windisch AG). Kempraten lag an einer Abzweigung zum Vicus Vitudurum (Oberwinterthur ZH). Eine weitere Wegverbindung führte nach Jona-Busskirch, wo sich ein Gutshof oder Weiler befand.
In der Antike wurde der Fernhandel, wo immer möglich, mit Schiffen über die Seen und Flüsse abgewickelt. Der Zürichsee, der Obersee und der Wallensee boten diesbezüglich ideale Möglichkeiten. Aus Zürich (Turicum) sind reste einer römischen Hafenanlage bekannt und auch in Kempraten hat es mit Sicherheit einen Hafen gegeben. Unterstrichen wird die damalige Bedeutung der Schifffahrt durch den gallo-römischen Tempel auf der Insel Ufenau.



Die wichtigsten römischen Fundstellen in der Region Zürichsee/Obersee

(1. - 4. Jahrhundert n. Chr.)


1. Rapperswil/Jona - Kempraten SG, Vicus
2. Jona - Busskirch SG, Gutshof ?
3. Freienbach SZ, Insel Ufenau, Gallo-römischer Tempel
4. Jona - Wagen SG, "im Salet", Gutshof
5. Eschenbach - Bürg SG "Chatli", Gebäude, Befestigung
6. Hombrechtikon ZH, Gutshof ?
7. Oetwil am See ZH, Gutshof
8. Obermeilen ZH, Gutshof
9. Hinwil ZH, Gutshof
10. Wetzikon - Kempten ZH, Gutshof
11. Seegräben - Ottenhausen ZH, Gutshof
12. Pfäffikon - Ingerhausen ZH, Gutshof, Kastell
13. Küsnacht ZH, Gutshof
14. Zürich ZH, vicus (Turicum)


Der Vicus Kempraten entsprach etwa dem heutigen Bild eines Stassendorfes. Die Hauptstrasse verlief parallel zum Seeufer, ungefähr auf der Linie der modernen Kreuz- und Fluhstrasse. Auf beiden Strassenseiten reihten sich Heuser aus Holz und Stein. Zur Strasse hin öffneten sich Läden, Gaststätten und Werkstätten, im hinteren Hausteil lagen die Wohnräume. In den Hinterhöfen war Platz für Kleine Gärten, Haustiere, Abfallgrund und gewerbliche Einrichtungen. Man kann davon ausgehen, dass im Vicus Händler, Fischer, Fuhrleute, Schiffer und Handwerker mit ihren Familien lebten. Im Zentrum der Siedlung lag vermutlich ein öffentlicher Platz, dessen Nordostseite durch ein representatives Gebäude abgeschlossen war.
Römischer Vicus Kempraten der Bekannten archeologischen Strukturen (1. - 4. Jahrhundert n. Chr.)
Die archeologischen Funde aus dem Vicus Kempraten befindet sich heute im Heimat- und Stadtmuseum Rapperswil und im Depot der Kantonsarcheologie in St .Gallen. Sie zeigen, dass die Siedlung mit Sicherheit bis ins 4. jahrhundert n. Chr. bewohnt war. Über die frühmittelalterliche Zeit (5. bis 7. Jahrhundert n. Chr.) ist bislang nur wenig bekannt. Einige Grabfunde aus dem 7. Jahrhundert n. Chr., die Nennung einer Siedlung namens Centoprati in einer Urkunde aus dem Jahre 741 n. Chr. sowie die erste Erwähnung einer Kirche in Kempraten um 835 n. Chr. weisen aber auf eine durchgehende Besiedlung des Ortes von römischer Zeit bis ins Mittelalter hin.
A. a. d. T.



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Öffnungszeiten:

jeder Zeit frei zugänglich !

Parkmöglichkeiten:

in Kempraten


Kosten:

ev. Benzinkosten

Gastronomie:

in Kempraten od. Rapperswil


Übernachtung:

in Kempraten od. Rapperswil


zum ausdrucken


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Wegbeschreibung:

mit dem Fahrzeug


Optimale Route von Zürich über Baden nach Kempraten (Centrum Prata)
Fahrzeit: ca. 40 Minuten
Von Zürich aus etwa noch 30 Kilometer bis nach Kempraten (Centrum Prata)


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von Zürich um den Bellevueplatz auf die Seestrasse dem linken Seeufer fahren
der Seestrasse über Zollikon, Küsnacht, Erlenbach, Herrliberg, Meilen, Uetikon am See, Männedorf,
Stäfa, Uerikon und Feldbach richtung Rapperswil nach Kempraten fahren
das Kempraten bei Rapperswil befindet sich zwischen Feldbadch und Rapperswil


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Fundmaterial aus den Ausgrabungen in Kempraten

sind zu besichtigen im


Heimat- und Stadtmuseum Rapperswil



Adresse:


Heimat- und Stadtmuseum Rapperswil,
Herrenberg 40, Rapperswil,

Tel: +41 (0)55 210'71'64



Öffnungszeiten:


Ostermontag bis Oktober
Samstag: 14 - 17 Uhr
Sonntag und Feiertage: 10 - 12 Uhr und 14 - 17 Uhr


zusätzlich im Juli und August
Mittwoch: 14 - 17 Uhr



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