Besucht von: JJ , am: 01. 10. 2004 , Objekt Nr. ch-rr-cp.0002 ....................................................................................................Die Bildergalerie befindet sich am Ende dieser Seite !!!

 

 


Schweiz Aargau



Centrum Prata (Kempraten) !



Forum



Ein Forum in Kempraten?


Auf dem Gelände zwischen der Rüti- und der Meienbergstrasse sind östlich des Restaurants Krone schon mehrfach römische Mauern ausgegraben worden. Ihre lage und Orientierung lassen vermuten, dass sich hier ein grösserer, representetiver Gebäudekomplex befunden hat. Hinweise auf normale vicus-Häuser, wie sie von anderen Fundstellen in Kempraten bekannt sind, hat man hier hingegen bis heute keine gefunden.
Worum könnte es sich bei dieser Anlage also gehandelt haben? Zur Zeit steht in der Archeologischen Forschung die Idee im Vordergrund, dass sich hir eine Art forum des vicus befunden haben könnte.
Auf einem römischen forum wurde politisiert und Handel betrieben. Hie stand ein Tempel, durch den die Bindung an die Hauptstadt Rom manifestiert wurde, und es gab Läden aller Art. Auf dem Platz standen häufig Statuen einflussreicher Provinz- und Lokalpolitiker oder gar des Kaisers. Hier wurden Reden gehalten, Erlasse und Gesetze verkündet, kurz: Das forum war das eigentliche Herz einer römischen Siedlung. Grosse, repräsentative fora gab es zum Beispiel in Aventicom (Avenches VD) oder in Augusta Raurica (Augst BL/Kaiseraugst AG). Ein forum in vicus von Kempraten darf man sich nicht ganz so prächtig und umfangreich vorstellen.


Die Siedlung war ja viel kleiner als die grossen Koloniestädte Aventicum und Augusta Raurica. Als Warenumschlagplatz von regionaler Bedeutung verfügte Kempraten wahrscheinlich nicht über eine entsprechend reiche Oberschicht, die für eine sehr kostspielige Ausstattung des forums hätte aufkommen können.


Die Form und das Aussehen eines foruns waren meist historisch gewachsen und nicht fest reglementiert. Aus diesem Grund lassen die bisher beksnnten Mauern in Kempraten (noch) keine genauen Aussagen zum Aussehen des ganzen Platzes zu.
Mit Sicherheit wurde er aber an seiner östlichen Seite durch einen eindrucksvollen Bau mit zwei grossen Frontsäulen abgeschlossen. Die Vorhalle. In der Türschwelle sind die seitlichen Drehpunkt der Flügel sowie das Riegelloch noch gut Erkennbar. Vor diesem Hauptgebäude lag eine Art Vorhof, der durch seitliche, symmetrisch abwinklnde Hofmauern umschlossen wurde. Gegen Westen war dieser Hof durch ein Bauwerk mit Säulen begrenzt. Zur Zeit kann noch nicht festgestellt werden, ob es sich dabei um eine frei stehende Säulenreihe, um eine überdachte Säulenhalle (sog. porticus, ähnlich den "Lauben"in der Berner Altstadt) oder unm die Säulen eines grösseren Gebäudes gehandelt hat. Ein weiterer Mauerrest deutet auf die seitliche Begrenzung des vermuteten forum-Bereichs hin.
Sind die Mauerreste im Ostteil der Anlage, vgl. Rekonstruktionsvorschlag) die Ruinen eines römischen Tempels? War der Vorhof Teil des dazugehörigen heiligen Bezirks? Vergleiche mit ähnlichen (aber viel monumentaleren) Anlagen aus Rom oder aus Aventicum (Avenches VD: Cigognier-Tempel) könnten jedenfals auf eine Tempelanlage hindeuten. Eine andere Deutungsmöglichkeit wäre die einer curia, also eines Versammlingsgebäudes für die Mitglieder des Stadt- oder Dorfrats.



Gallo-römische Religion


Dei einheimischen keltischen Gottheiten sind noch der römischen Eroberung nicht radikal verboten worden. Ein Nebeneinander der verschiedenen Religionen wurde durchaus toleriert. Einzig auf den wichtigsten Plätzen der Siedlungen mussten Tempel für römische Gottheiten stehen. Im Gegensatz zu den christlichen kirchen war der Zutritt ins Heiligtum den Priestern vorbehalten. Die Gläubigen mussten sich mit einem Opfer am Altar, der vor dem Heiligtum stand, begnügen.
Er besteht aus einem Hauptraum mit einer umgehenden Säulenhalle (porticus). Solche Anlagen fanden sich im ganzen gallo-römischen Gebiet (Frankreich und weite Teile der heutigen Schweiz). Hier in der Region kennt man je einen gallo-römischen Tempel auf der Insel Ufenau, Gem. Freienbach SZ ind in Hüttenböschen, Gem. Weesen Sg. In den wichtigen Siedlungszentren standen hingegen in der Regel Tempel in italienischer Tradition. Bei diesem Typus lag der Hauptraum erhöht über der Strasse und war über eine breite Treppe an der Frontseite zugänglich - wie beim Gebäube an der Ostseite des mutmasslichen forum-Bereichs in Kempraten.
"Dem besten, grössten Jupiter " lautet die häufigste Weiheformel für den höchsten römischen Gott. Das Fragment wurde im Friedhofsareal der Kapelle St. Ursula gefunden. Sein ursprünglicher Standort ist unbekannt. Solche Altäre waren aber häufig in Heiligtümern aufgestellt, und so könnte auch dieses Stück sehr wohl innerhalb der Umfriedungsmauer der hier virgestellten Anlage gestanden haben. Das Fragment ist heute im Heimatmuseum Rapperswil ausgestellt.
A. a. d. T.



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Öffnungszeiten:

jeder Zeit frei zugänglich !

Parkmöglichkeiten:

in Kempraten


Kosten:

ev. Benzinkosten

Gastronomie:

in Kempraten od. Rapperswil


Übernachtung:

in Kempraten od. Rapperswil


zum ausdrucken


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Wegbeschreibung:

mit dem Fahrzeug


Optimale Route von Zürich über Baden nach Kempraten (Centrum Prata)
Fahrzeit: ca. 40 Minuten
Von Zürich aus etwa noch 30 Kilometer bis nach Kempraten (Centrum Prata)


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von Zürich um den Bellevueplatz auf die Seestrasse dem linken Seeufer fahren
der Seestrasse über Zollikon, Küsnacht, Erlenbach, Herrliberg, Meilen, Uetikon am See, Männedorf,
Stäfa, Uerikon und Feldbach richtung Rapperswil nach Kempraten fahren
das Kempraten bei Rapperswil befindet sich zwischen Feldbadch und Rapperswil



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