Besucht von: JJ , am: 21. 09. 2004 , Objekt Nr. ch-rr-gv.0005 ....................................................................................................Die Bildergalerie befindet sich am Ende dieser Seite !!!

 

 


Schweiz Argau



Gutshof in Sarmensdorf !



Die Entdeckungsgeschichte

Der Flurname "Murimooshau" weist darauf hin, dass hier schon immer Mauerzüge eines römischen Gutshofes sichtbar gewesenn waren. Bereits 1830 wurde eine erste Ausgrabung geplant, jedoch nicht ausgeführt. In den 50er - Jahren der 19. Jh. legten die pfarrer von Fahrwangen und Birrwil Mauern von mehreren römischen Gebäuden frei. Es folgten kleinere Sondierungen in den Jahren 1895 und 1917 / 18. Seit 1925 wurde das Hauptgebäude des Gutshofes als "Steinbruch" für den Bau voin Waldwegen benutzt, was die Historische Vereinigung Seetal 1927 veranlasste, es freizulegen. Bis auf den heute noch sichtbaren, vom Schutzbau überdeckten, Badetrakt wurden die Mauern nach der Ausgrabung wieder zugeschüttet.


Das Hauptgebäude

Das 58 x 21 m grosse Hauptgebäude des Gutshofes war nach Westen orientiert, mit Rundsicht auf den Jura, das Mittelland und die Alpen. Entlang seiner Frontseite, dem Wohntrakt vorgelagert, befand sich eine 3.7 m breite Säulenhalle, die porticus. Der WOhntrakt wurde auf beiden Seiten von einem Vorspringenden Seitenflügel (Ekrisalit) flankiert. Der Nordrisalit verfügt über einen kellerähnlichen Raum, der im Sommer zu angenehmer Kühlung nerhalf. Der südflügel beherbergte die Baderäume. Dekorativ bemalter Wandverputz in mehreren Räumen und Reste von Marmorplatten als Bodenbelag zeugen von einer einstmals reichen Ausstattung.
Über die Ausdehnung des Gutshofes kann keine zuverlässige Aussage gemacht werden, da über die im 19. Jh. freigelegten Nebengebäude nur sehr wenig bekannt ist. Das wenige Fundmaterial datiert den Gutshof von Sarmenstorf ins 1. und 2. Jahrhundert n. Chr.


Das Bad

Das Bad spielte eine wichtige Rolle im Leben der Menschen in römischer Zeit. Wie nahezu alle Gutshöfe besass deshalb auch der Gutshof von Sarmenstorf Badderäume.
Über einen vermutlich vor allem im Winter genutztenj Wohnraum mit Bodenheizung (Hypokaust) betraten die Badenden zuerst dem Auskleideraum, das apodyterium. Von dort ging man ins Kaltbad, das Fregidarium, wo man sich einer ersten Reinigung unterzog. Danach begaben sich die Badenden zum Ausruhen in einen auf 20 bis 30° C erwäremten Raum, das tepidarium, bevor im auf 50° C geheizten Heissbaderaum, dem caldarium, ausgiebig geschwitzt wurde.
Nach dem Schwitzbad kehrte man in umgekehrter Rheienfolge zum Kaltwasserbad zurück.
Die Baderäume vervügten über eine Hypokaust - Bodenheizung und in die Wände eingelassene Hohlziegel, durch welche heisse Luft zirkulierte. Von zwei Heizräumen (praefurnium) aus wurden sie geheizt.


Römische Gutshöfe

Nach der römischen Besetzung des Gebietes der heutigen Schweiz verbreitete sich die römische Lebensweise auch in den ländlichen Gebieten des Mittellandes. Nach dem Vorbild römisch - italischer Landgüter entstanden eine Vielzahl von zum Teil herrschaftlich ausgestatteten landwirtschaftlichen Grossbetrieben, den sogenannten Gutshöfen, villae rusticae.
Diese Gutshöfe wurden vorzugsweise an Hanglagen in für die Weidewirtschaft und grossflächigen Ackerbau geeignetem Gelände errichtet. Da liessen sich dank importierter Pflanzensorten und neuer Anbaumethoden hohe Erträge erwirtschaften. Die Gutshöfe versorgten die nahen Städte und Dörfewr sowie das Militär (Vindonissa) mit Lebensmitteln.
Eine villa rustica bestand aus dem Hauptgebäude mit Bad, der pars urbana, sowie Wohnhäusern für das Gesinde, Werkstätten, Scheunen, Speichern und Ställen, der Pars rustica Pars urbana und pars rustica bildeten eine Einheit und waren oft von einer Hofmauer umgeben.



Legende

Winterwohnraum mit Bodenheizung, Auskleideraum (apodyterium), Warmwasserbad (tepidarium), Heisswasserbad (caldarium), Heizraum (praefurnium) mit Abwasserkanal, kleiner Heizraum (praefurnium) für das Warmwasserbad, verschiedene Wohmräume mit Kalkböden, Raum mit Herdstelle (möglicherweise Küche), Korridore und Treppenaufgang, Sommerwohnraum mit Keller.
A. v. d. T.



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Öffnungszeiten:

frei zugänglich

Parkmöglichkeiten:

am Waldrand


Kosten:

ev. Wegspesen

Gastronomie:

in Sarmensdorf


Übernachtung:

ev. in Sarmensdorf


zum ausdrucken


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Wegbeschreibung:

mit dem Fahrzeug


Optimale Route von Zürich über Baden, Solothurn nach Grenchen
Fahrzeit: ca. 40 Minuten
Von Zürich aus etwa noch 35 Kilometer bis nach Grenchen


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von Zürich über den Neumühle Quai in die Stampfenbachstraße abbiegen
der Stampfenbachstraße über die Museumstraße die Pfingstweidstraße richtung Zürich-Hardturm, Zürich-Altstetten folgen
am Limmattaler Kreuz auf die A3 in richtung Luzern fahren
an der Ausfahrt Urdorf die A3 abfahren und auf die 1 richtung Mutschellen fahren
der 1 über Bergdietikon, Rudolfstetten, Mutschellen, Bremgarten, Wohlen, Villmergen, Hilfikon
bis nach Sarmenstorf folgen



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