Besucht von: JJ , am: 13. 09. 2004 , Objekt Nr. ch-ks-ih.0003 ....................................................................................................Die Bildergalerie befindet sich am Ende dieser Seite !!!

 

 


Schweiz Zürich



Ingerhausen (Pfeffikon (ZH)) !



Kastell



Gefahr aus dem Norden

Das Kastell Ingerhausen ist aus den römischen Schriftquellen nicht bekannt, der Zeitpunkt seiner Errichtung ist deshalb umstritten. Zur Sicherung der Rheingrenze gegen die Alemannen wurde in der Ostschweiz bereits im 3. Jahrhundert n. Chr. eine erste Reihe von Kastellen in Oberwinterthur (ZH), Stein am Rhein (SH), Pfyn (TG) und Arbon (TG) erbaut. In der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts wurden unter den Kaisern Valentinianus I. und II. mit der Anlage der Kastelle von Zürich - Lindenhof, Kloten und (Vermutlich)Ingerhausen die Verkehrswege und das Hinterland befestigt. Entlang des Rheins wurden zum selben Zeitpunkt mehrere Wachttürme errichtet.

Das Kastell Ingerhausen ist zwar auf den ersten Blick eine eindruksvolle und gut erhaltene Anlage. Mann kent aber weder deren antiken Namen noch besitzt man Informationen zu den Truppeneinheiten, die da ihren Dienst leisteten. Auch über die ursprüngliche Höhe von Mauern und Türmen ist nichts bekannt, ebenso wenig über die Bebauung der Anlagenach Abzug der römischen Truppen um 400 n. Chr. ist wegen der spärlichen Keramikfunde nicht zu belegen, aber dennoch nicht auszuschliessen. Nach der Sage soll das Kastell erst im Jahre 1144 zerstört worden sein.


Grabungen um die Jahrhundertwende

Im19. jahrhundert dienten die stattlichen Mauern auf dem Reben bepflanzten Hügel vor allem als Steinbruch. Die Gefahr der entgültigen Olünderung wurde durch den Kauf des Geländes durch die Antiquitarische Gesellschaf Zürich verhindert, die in der Folge zwischen 1898 und 1907 einige Grabungs- und Restaurierungsarbeiten durchführte. Mitgliedern der Lora (historisch - antiquitarischer Verein Pfäffikon) beteiligte sich an den ersten Kampagnen. Seit 1957 ist die Ruine Eigentum der Gemeinde Pfäffikon.

Die Kastellmauern bilden ein regrlmässiges Geviert von 60 m Seitenlänge mit vier Eck- und drei Seitentürmen. An der südöstlichen Seit lag der grosse TOrturm. Die Bauweise mit Feldsteinen im Ährenverband ist in spätrömischer Zeit weit verbreitet. Heute trennt ein rotes Band im Mauerwerk die aus römischer Zeit erhaltene Mauerhöhe vom grosszügig restaurierten Aufbau.

Das spätrömiche Kastell war über den Ruinen eines im 1. Jahrhundert n. Chr. errichteten Gutshofs gebaut worden. Unter dem Südturm lonnten davon noch mehrere Räume mit Bodenheizung (Hypokaust) festgestellt werden. In der Mitte des Hügels befand sich ein eingetiefter Keller. Die Deutung des dreiteiligen Grundrisses inm westichen (seeseitig) Hofteil ist umstritten. Die Interpretation als frühmittelalterliche Kirche ist heute verworfen, ein kastelleigenes Bad schheint wahrscheinlicher.

Die meisten in den Kasellruinen gefundene Gegenstände stammen aus der Zeit des Kastells, darunter je zwei Münzen des Kaisers Valentinianus I. (364 - 375 n. Chr.) und seines Bruders Valens (364 - 378 n. Chr.).

Die Innenbauten waren vermutlich nur zum Teil in Stein gebaut. Die an verschiedenen Stellen sichtbaren Balkenlöcher im Mauerwerk dienten wohl nicht nur Gerüsten beim Aufbau der Türme, sondern stammt wahrscheinlich auch von hölzernen Aanbauten.

Der Eifer der Ausgräberschlug sich zum Berchtoldstag im Jahre 1900 in der Diuchtung einer Ballade nieder. Sie beginnt unbter dem Titel "Der Tante Fluch" wiefolgt:
Zu Ingerhausen im Römerkastell da sassen mit trauriger Mine drei römische Legionarii beisammen in der Kantine.
Sie froren; die Kohlepfanne enthielt nicht einen einzigen Funken, und die grosse Amphora auf dem Tisch war völlig leergetrunken.

Im Buchverlag der Drukerei Wetzikon AG ist unter dem Titel "Eine Ahnung von den Ahnen" eine Publikation über die archeologischen Fundstellen im Zürcher Oberland erschienen. Darin sind auch die restlichen 38 (!) Strophen dieser (sowie eine zweite) Ballade zu finden.

A. v. d. T.



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Öffnungszeiten:

jeder Zeit frei zugänglich !

Parkmöglichkeiten:

Grosser Parkplatz an der Strasse


Kosten:

ev. Wegspesen

Gastronomie:

in Pfeffikon od. Auslikon


Übernachtung:

in Pfeffikon

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Und hier sehen Sie,
wie Sie das Kastell Ingerhausen finden können !



Kartenausschnitt vom Pfeffikon und Auslikon


Plan zum ausdrucken


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Wegbeschreibung:

mit dem Fahrzeug


Optimale Route von Zürich nach Auslikon
Fahrzeit: ca. 25 Minuten
Von Zürich aus etwa noch 27 Kilometer bis nach Auslikon


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von Zürich über den Neumühle Quai in die Stampfenbachstraße abbiegen
von der Stampfenbachstraße in den Milchbucktunnel auf die E41 fahren
und der E41 über Zürich-Schwamendingen, Aubrugg auf
die A1 richtung St. Gallen fahren
der A1 über Wallisellen bis zum Brüttiseller Kreuz fahren
am Brüttiseller Kreuz von der A1 auf die A53 richtung Uster fahren
der A53 über Wangen, Hegnau nach Volketswil folgen
in Volketswil von der A53 abfahren und über Gutenswil, Fehraltorf, Pfäffikon (ZH) richtung Auslikon fahren


zwischen Pfäffikon (ZH) und Auslikon rechts auf dem Parkplatz Parkieren und dem Wegweiser "Römerkastell" folgen
das Römische Kastell Ingerhausen ist schon an der Strasse mit einer grossen Tafel gekenzeichnet



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