Besucht von: JJ , am: 01. 10. 2004 , Objekt Nr. ch-rr-vt.0003 ....................................................................................................Die Bildergalerie befindet sich am Ende dieser Seite !!!

 

 


Schweiz Zürich



Vitudurum (Oberwinterthur) !



Siedlung


Der Vicus Vitudurum

Nach Abbruch der Gebäude der Maschienenfabrik Jäggli AG untersuchte die Kantonsarcheologie Zürich in den Jahren 1977 bis 1982 auf diesem Areal den Westteil der römischen Siedlung.

Der von Südwesten nach Nordosten führende Kiesweg zeigt genau den Verlauf der römischen Strasse. Die Pfosten markieren eine Portikus (Säulenhalle) und die Eichenbalken kennzeichnendie Schwelbalken von Häusern der nördlichen Häuserzelle.


Der römische VICUS VITUDURUM entstand am Anfang unserer Zeitrechnung entlang der wichtigsten West - Ost - Verbindung, welche Von Aventicum (Avenches) über Vindonissa (Windisch) nach Brigantinum (Bregenz) führte. Die römische Geschichte von Oberwinterthur beginnt mit Keramnikfunden, die mit dem Alpenfeldzug von Drusus und Tiberius (15 v. Chr.) in Zusammenhang gebracht werden. Nach dem heutigen Forschungsstand beginnt die eigentliche Siedlungsgeschichte jedoch mit zwei einfachen Holzbauten, die im Jahre 1 v. Chr. an der Römerstrasse 186 errichtet worden.


Im Jahre 7 n. Chr. wurde im Unteren Bühl eine Quelle gefasst und die Hauptstrasse (aus-) gebaut. Etwa zum gleichen Zeitpunkt entstanden in diesem Bereich südwestlich der Strasse die ersten Holzbauten. Nach und nach entwickelte sich ein "Strassendorf" aus aneinandergereihten, rechteckigen Häusern (sog. Streifenhäusern), die mit ihren Schmalseiten zur Strasse hin orientiert waren.
Hinter den Häusern erbauten die Einwohner ihre Gärten, wo Gemüse, Kräuter,Blumen und Heilpflanzen gezogen oder Obstbäume Gehegt wurden.

Der zentrale Siedlungsteil, der Kirchenhügel, blieb bis in die Mitte des 1. Jh. n. Chr. unüberbaut.
Vermutlich wurde diese Landreserve vorerst aus militärischen Gründen zurückgehalten. Um 50 n. Chr wurden im westlichen Bereich drei Streifenhäuser errichtet. Nach einem Brand der um das Jahr 70 n. Chr grösse teile des Vicus zerstörte entstand hier ein Siedlungszentrum mit einer Tempelanlage, den Vicusthermen, einem Marktplatz und anderen öffentlichen Gebäuden. Während die Bauten vom Unterbühl bereits zu Anfang des 2. Jh. aufgegeben wurden, endete die offene Besiedlung des Kirchenhügels mit einer zerstörung die in die Jahre 160 / 170 n. Chr zu setzen ist.

Als Monographie der Berichte Zürcher Denkmahlpflege erscheinen im Orell Füessli - Verlag, Zürich, seit 1984 regelmässig Publicationen zu den archeologischen Untersuchungen in VITUDURUM.


Prähistorische Spuren

Bereits am Übergang von der späten Bronzezeit zur älteren Eisenzeit (ca. 800 v. Chr.) hielten sich - wie Funde zeigen - Menschen im Unteren Bühl auf.


Römische Landname

Im Zusammenhang mit der Erschliesung der Ostschweiz durch das römische Militär erreichten romanisierte Kelten um Christi Geburt hier eine Siedlung. Zwei Häuser aus dieser Zeit konnten an der Römerstrasse 186 ausgegraben werden.


Pfostenbau

Um 7 n. Chr. begann die Bautätigkeit auch auf dem Unteren Bühl. Es handelt sich dabei um einfache, einräumige Pfostenhäuser. Die Wände bestanden aus Bohlen, die zwischen die Pfosten gespannt waren.
Das steile Dach deckte man mit Stroh oder Schilf. Der einzige Raum mit seiner zentralen Feuerstelle war Küche, Stube, Schlafzimmer und Werkstatt in einem.


Römisches Kulturgut

Funde von importierter oder nach römischem Vorbild hergestellter Keramik lassen erkennen, dass die Bewohner trotz einfacher Lebensweise bereits über römisches Kulturgut verfügten.


Fachwerkbauten

Ab etwa 20 n. Chr. wurden die einfachen eingeschossigen Pfostenhäuser durch Fachwerkbauten ersetzt. Die Ausfachungen bestanden in einer ersten Phase aus senkrecht angeordneten Brettern (Stabbauten); die wenig geneigten Dächer waren mit Schindeln gedeckt. Auf der Strassenseite ermöglichte eine vor die Häuser gebaute Portikus, eine gedeckte Laube, trockenen Fusses von einer Haustüre zur zur anderen zu gelangenn.
Das Erdgeschoss war durchwegs unterteilt.Strassenseitig war ein Raum abgetrennt, der als Laden, Werkstatt oder Taverne diente. Feuerstellen zum Kochen oder Heizen befand sich in den hinteren Räumen. Einzelne, besonders Wertvolle Objekte, wie etwa der mit Fischen bemalte Glasbecher zeugen von einem beachtlichen Wohlstand.


Von der ländlichen Siedlung zur Kleinstadt

Häuser die nach der Mitte des ersten Jahrhunderts gebaut wurden, erhielten an Stelle der Holzausfachung eine solche aus Rutengeflecht, das mit Lehm verstrichen war. Die Wände verputzte man mit Kalkmörtel, und Fenster- und Türöffnungen wurden mit Farbstreifen gerahmt. So Täuschte man Steinbauten vor und die Siedlung erhielt einen kleinstädtischen Charakter.

Um 70 n. Chr. zerstörte eine Feuersbrunst beinahe alle Häuser im Unteren Bühl. Nach der Brandkatastrophe wurden wiederum Lehmfachwwerkbauten errichtet, nun Allerdings auf einem trocken, d.h. ohne Mörtel gemauerten Fundament.

A. v. d. T.



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Öffnungszeiten:

jeder Zeit frei zugänglich !

Parkmöglichkeiten:

in Oberwinterthur


Kosten:

ev. Wegspesen

Gastronomie:

in Oberwinterthur, Winterthur


Übernachtung:

in Oberwinterthur, Winterthur


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Wegbeschreibung:

mit dem Fahrzeug


Optimale Route von Zürich nach Vitodurum (Oberwinterthur)
Fahrzeit: ca. 25 Minuten
Von Zürich aus etwa noch 35 Kilometer bis nach Vitodurum (Oberwinterthur)


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von Zürich über den Neumühle Quai in die Stampfenbachstraße abbiegen
von der Stampfenbachstraße in den Milchbucktunnel auf die E41 fahren
und der E31 über Zürich-Schwamendingen, Aubrugg auf die A1 richtung Sankt Gallen folgen
der A1 weiter folgen über Wallisellen, das Brüttiseller Kreuz richtung Sankt Gallen
der A1 weiterhin über Effretikon, Winterthur-Töss, Winterthur-Wülflingen richtung Sankt Gallen nach Ober-Winterthur fahren
an der Ausfahrt Oberwinterthur abfahren
und ins Zentrum, in die Römerstrasse fahren
hier irgendwo Parkieren



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